Ausstellungsdauer vom So 1. Februar 2026 bis Di 10. März 2026, Di - Fr 14 - 17 Uhr, Sa, So und Feiertag 9 - 17 Uhr, Mo Ruhetag.
Umweltbildungszentrum Schatzinsel Kühkopf, Stockstadt
In der Ausstellungen werden die Ergebnisse des Aufrufs eines Internationalen Calls for Proposals zum Democratic Forest Reader” präsentiert. 50 Projektideen aus 20 Ländern in Formaten wie künstlerischer Feldforschung, Performances, Interaktionen, Installationen, Workshops und Citizen Art/Citizen Science Projekte wurden im Waldkunstzentrum und in der Schader Stiftung als Posterserie gezeigt und sind Diskussionsgrundlage für die 2026 geplante Biennale zum 13. Internationalen Waldkunstpfad
Demokratischer Wald – Democratic Forest
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Der Democratic Forest Reader
war als Kunst-Inkubator geplant, der die Themen für die nächsten Jahre vorbereitet, wenn 2026 Frankfurt und die Rhein-Main Region Gastgeber der World Design Capital sind. Es ist ein Beitrag zu Design for Democracy - Athmospheres for a better life
. Der Inkubator sollte Wissen sammeln, Netzwerke zwischen Kunstschaffenden und Spezialisten etablieren und war auch Grundlage für das 4. Global Nomadic Art Project (GNAP 2025) Democratic Forest - Democratic Landscape” im September 2025.
Unser Ziel ist es, dem Wald und der Natur eine Stimme zu geben, dafür Gestaltungsideen im Bereich sozialer, urbaner und kultureller Entwicklungen zu suchen und damit die nachhaltige Gestaltung unserer Region zu stärken. Das Thema Democratic Forest
lotet die vielschichtigen Aspekte unserer Beziehung zum Wald, zur Natur und Landschaft und deren Rechte und Wille künstlerisch aus.
Eingereicht wurden Vorschläge für über 20 Installationen, 15 Performances und Aktionen, sieben Mikrolandschaften, sieben Digitalprojekte, zwei Magazine, zwei Lesungen, zwei Theaterstücke und fünf Community Based Art Projekte meist in Form von Workshops. Dabei haben die Künstler*innen häufig künstlerische Arbeitsprozesse kombiniert.
Der Verein für Internationale Waldkunst plant einen Großteil der Projektvorschläge 2026 auf dem Internationalen Waldkunstpfad, beim Digitalen Wald, an der Grube Messel und auf dem Modaukunstpfad zu realisieren, außerdem bereiten wir Artist Residencies und künstlerische Feldforschungen während des ganzen Jahre vor. Eine Weiterführung in 2027 ist angedacht.
Unsere Fragestellungen sind: Wem gehört der Wald, wer pflegt ihn? Welche Rechte und Pflichten haben wir ihn zu erhalten? Was bedeutet uns der Wald? Was sind wir bereit für den Wald zu tun? Gibt es ein demokratisches Verhalten
im und für den Wald? Welche eigene Stimme hat der Wald? Wie können wir ihm eine Stimme geben? Welche Rechte hat er? Welchen Willen hat er? Wie möchten wir mit dem Wald in Zukunft leben? Entsprechendes gilt für Natur und Landschaft.
Thematisch beschäftigen sich viele der vorgeschlagenen Kunstwerke mit Bäumen, Myzelium, sozialem Verhalten im Wald und auch mit einem Wald, der über seine Rechte, seine eigenen Ideen und seinen Willen debattiert. Viele wichtige Themen im Bereich Nachhaltigkeit und Erhaltung des Waldes wurden berührt. Der Democratic Forest Reader bietet die Möglichkeit durch die Ideen der Künstler*innen auch eigene Ideen im Umgang mit dem Wald zu entwickeln.
Wir haben Gespräche mit den Künstler*innen vor Ort geführt, auch Künstler*innen aus aller Welt und allen Kontinenten gehört. Wir haben Holz gegessen, an der Waldkanzel erlebt wie Fredie Beckmans demokratischen Gedanken im Wald Freiräume gegeben hat und bei der Performance von Regina Frank die Geschichten des Holzkleides erfahren. Wir haben das Masterprojekt von Clara Luckert begleitet und mit dem Theater Antagon einen inspirierenden Abend im Wald erlebt. Besonders der von Fredie Beckmans mit Chat GBT erstellte Text im Stile von Walter Benjamin ist bei mir haften geblieben - wie der Wald als Archiv, in Schichten und als Gewebe existiert und so überleben kann. Die Künstler*innen wollen den Wald auf allen Ebenen bespielen, erforschen, befragen, mit ihm interagieren, ihm eine Stimme geben, ihn riechen, schmecken, fühlen, hören und daraus ihre Schlüsse ziehen.