Das WaldKUNSTklassenzimmer macht die Natur zum Lernort – Kooperation von Waldkunstverein und Lichtenbergschule im Förderprogramm Kunstvoll – Eröffnung am 11. Juni

Darmstadt, 8. Juni 2026. Raus aus dem Schulgebäude und hinein in die Natur: Am 11. Juni um 16 Uhr eröffnet der Verein für Internationale Waldkunst in der Ludwigshöhstraße 137 das WaldKUNSTklassenzimmer. Der außergewöhnliche Lernort bietet den Schülerinnen und Schülern der benachbarten Lichtenbergschule die Möglichkeit, Unterricht unter freiem Himmel zu genießen. Gedacht ist zunächst an das Fach Kunst, doch auch andere Unterrichtsfächer sind denkbar. Nicht zuletzt dürfte der schattige Ort an heißen Sommertagen gerne als Alternative zum überhitzten Schulraum genutzt werden.

Geleitet wird das Projekt von einem eingespielten Team, bestehend aus der Künstlerin Kim Rathnau vom Waldkunstverein und Kunsterziehern Ilka Brosch von der Lichtenbergschule. Der Künstler Uli Muders und Kuratorin Ute Ritschel unterstützen das Projekt. Weitere engagierte regionale Künstlerinnen und Künstler schlossen sich an. Durch die Umsetzung von Kunstprojekten aus insgesamt 13 beteiligten Klassen der Jahrgangsstufen 6 bis Q2 mit rund 300 Schülerinnen und Schülern konnte Natur – Kunst – Demokratie: Das WaldKUNSTklassenzimmer entstehen.

Ausgangspunkt ist das Thema des diesjährigen Internationalen Waldkunstpfads, der von August bis Oktober unter dem Motto Demokratischer Wald/Democratic Forest im Forst am Böllenfalltor stattfindet. Mit diesem Projekt beteiligt sich der Waldkunstverein am Programm der World Design Capital Frankfurt Rhein-Main 2026, das unter dem Leitgedanken Design for Democracy zahlreiche Veranstaltungen in der Region bündelt.

Im hinteren Bereich des Internationalen Waldkunstzentrums, Sitz des Vereins, fand sich ein geeigneter Standort für den neuen Lernort. Bevor dort unterrichtet werden konnte, musste das Gelände jedoch vorbereitet werden. Im Herbst vergangenen Jahres wurden Brombeerhecken, Brennnesseln und dichter Wildwuchs entfernt, um Platz für den neuen Lernort zu schaffen.

Nach der Winterpause nahm das Projekt rasch Gestalt an. Schreinermeister und Pädagoge Fred Schneidersmann errichtete mit Unterstützung vom technischen Team der Waldkunst großzügige Holzkonstruktionen, die weit mehr als ein herkömmliches Klassenzimmer bieten. Herzstück ist eine mehrstufige Plattform für Unterricht, Vorträge und Versammlungen. Hinzu kommen Bereiche für Gruppenarbeit, eine Rückzugsnische sowie eine Wand, die sich für Ausstellungen variabel gestalten lässt. Verarbeitet wurden langlebige Hölzer von Douglasie, Robinie und Eiche. Das hält mindestens zehn, vielleicht sogar zwanzig Jahre, stellt Kim Rathnau in Aussicht.

Ein wesentliches Merkmal ist die Kooperation von regionalen Kunstschaffenden und Lehrkräften im Teamteaching. Gemeinsam begleiten sie die Schülerinnen und Schüler darin, vielfältige gestalterische Ansätze zu entwickeln – von Malerei und Zeichnung über plastisches Arbeiten und experimentelle Druckverfahren bis hin zu Film, Lyrik und Musik – und sich dabei zugleich mit gesellschaftlichen Fragestellungen auseinanderzusetzen.

Im Zentrum stand die Beschäftigung mit dem Wald als vielschichtigem Lebensraum, als Geflecht von Pflanzen, Tieren, Pilzen und Menschen. Dabei rücken Themen wie Nachhaltigkeit, Mitbestimmung und Verantwortung in den Fokus. Der künstlerische Prozess eröffnet hierbei einen Erfahrungsraum, in dem demokratische Prinzipien praktisch nachvollziehbar werden.

Bereits vor der Eröffnung entstanden einige Kunstwerke. Die Klasse 6a gestaltete Objekte aus Lehm, angereichert mit Fundstücken aus der Umgebung, und trug darüber hinaus wesentlich zur Gestaltung des Lernorts bei. Die Klasse 9e befestigte überdimensionale Pilzobjekte an den umstehenden Bäumen. Blättermandalas, die im Wind tanzen, steuerte die Klasse 6b bei.

Die direkte Auseinandersetzung mit Naturmaterialien und die Inspiration durch die Umgebung bilden den Kern des pädagogischen Konzepts. Die Initiatoren verstehen das WaldKUNSTklassenzimmer als einen dauerhaften Ort, an dem künstlerische Praxis, demokratische Bildung und nachhaltiges Denken miteinander verbunden werden.

Eine wichtige Rolle spielt dabei das unmittelbare Erleben der Natur. Die Nähe zum Naturschutzgebiet Bessunger Kiesgrube eröffnet vielfältige Beobachtungs-möglichkeiten. Während der Aufbauarbeiten begegneten den Beteiligten bereits zahlreiche Tierarten. Neben Blindschleiche, Hase, Fuchs und Mäusebussard wurde sogar der seltene Pirol gesichtet.

Das WaldKUNSTklassenzimmer setzt die langjährige Kooperation zwischen Waldkunstverein und Lichtenbergschule fort. Wie frühere gemeinsame Projekte wird es im Rahmen des Förderprogramms Kunstvoll vom Kulturfonds Frankfurt Rhein-Main unterstützt. Weitere Fördermittel stammen von der Wissenschaftsstadt Darmstadt, dem Förderverein der Lichtenbergschule sowie von der Europaschule der Lichtenbergschule, die das Projekt im Kontext ihres Profils zur Förderung demokratischer und europäischer Bildung unterstützt. Auch die Profilschule Kulturelle Bildung mit dem Schwerpunkt Literatur trägt zur Umsetzung bei; sie bringt insbesondere literarisch-künstlerische Perspektiven in das Projekt ein und stärkt die fächerübergreifende Verknüpfung von Kunst, Sprache und gesellschaftlicher Reflexion. Darüber hinaus ist der Fachbereich Gestaltung der Hochschule Darmstadt mit einem eigenen Waldkunstprojekt beteiligt, das in der Siebdruckwerkstatt umgesetzt wurde. Insgesamt standen rund 20.000 Euro für Material und Honorare zur Verfügung.

Für die Initiatoren ist das Projekt erst der Anfang. Das WaldKUNSTklassenzimmer darf in den nächsten Jahren noch wachsen – durch weitere Bauten und kreative Projekte mit Schülerinnen und Schülern.

Medienkontakt

Verein für Internationale Waldkunst e. V.
Ute Ritschel, Kuratorin
Internationales Waldkunst Zentrum (IWZ)
Ludwigshöhstraße 137, 64285 Darmstadt
Tel. 06151 7899537 oder 714612
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Web www.waldkunst.com

 

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Web www.y-pr.de

Pressebilder

Die Genehmigungen der Eltern zur Veröffentlichung der abgebildeten Schülerinnen und Schüler liegen dem Verein vor.